Das Kilomètre Lancé vom 2. bis 4. September 2022

St. Moritz. Das Kilomètre Lancé vom 2. bis 4. September 2022 auf dem Engadin Airport in St. Moritz war ein großer Erfolg. Auch anfängliche Wetterkapriolen sahen die 65 Automobile und Motorräder als Herausforderung und nutzten die großzügigen Fahrzeiten, um sich zu messen, um Rekorde aus der Frühzeit des Beschleunigungsrennen zu jagen oder einfach nur, um diese Fahrt in Richtung Horizont zu genießen.

Das nach historischem Vorbild als Auftaktveranstaltung der Internationalen St. Moritzer Automobilwoche von der Solitude GmbH durchgeführte Kilomètre Lancé wurde zu einem Mobilitätsfestival ohne Beispiel. Nirgendwo sonst in Europa haben damalige und aktuelle Rekordfahrzeuge ein ähnliches Präsentationsforum. Hermann Layher vom Auto + Technik-Museum in Sinsheim verpasste sowohl dem „Blitzenbenz“ von 1909, als auch dem Mercedes Simplex 60hp Stromlinienkarosserien – die Bestzeiten der zwanziger Jahre von Null auf 1000 Meter im Visier. Zwei Porsche 959 orientierten sich an den Messungen im Fachmagazin auto motor und sport aus dem Jahr 1987. Damals benötigte der brandaktuelle Supersportwagen Porsche 959 mit Allradantrieb und Registeraufladung lediglich 21,6 Sekunden für den Sprint, der bist vor einigen Jahren zu jedem Autotest gehörte. Marcus Hoefken benötigte auf dem Flugfeld lediglich rund zwei Sekunden mehr – aus Respekt vor dem Wert des Porsche-Technologieträgers. Uwe Koenzen mit seinem Elektrowagen-Projekt e01 konnte sogar die historischen Zeiten des Porsche unterbieten.

Auch die Motorräder sorgten für Begeisterung. Marco Niggli auf seiner BMW S 1000 RR beantwortete eine der zentralen Fragen, ob Motorräder oder Autos schneller sind: Das Mitglied vom Motorradclub Samedan preschte in nur 18,06 Sekunden und damit in Bestzeit aller Teilnehmer zur 1000 Meter entfernten Lichtschranke und konnte damit sogar den neuen Ferrari 296 GTB auf die Plätze verweisen.

Mit Startnummer 1 zog die legendäre Brouph Superior von Kurt Engelhorn seine Bahnen und Udo Dobzansky demonstrierte mit der originalen Rennmaschine Indian „Daytona“ State of the Art Anfang der zwanziger Jahre.

Der neu geschaffene Design-Award „Driven by Design“ begeisterte Zuschauer, Teilnehmer und Jury gleichermaßen. Letztendlich hat der über sieben Meter lange Streamliner von 1939 mit dem 16 Zylinder-Triebwerk überzeugt, vor dem Rekord-Jaguar XK 120 aus dem Jahr 1954 und dem „fahrenden Chassis“ Delahaye 107 von 1924. Bei den Motorrädern faszinierte die sechsköpfige Jury am meisten die Triumph, welche der Zürcher Nick Heer normalerweise auf dem Salzsee in Utah auf Höchstgeschwindigkeit trimmt.

Das Fly-in mit fünf historischen Flugzeugen rundete das diesjährige Kilomètre Lancé ab und führte zu einem spannenden Technik-Austausch von Piloten und Fahrern.

 

 Fotos: Christian Lienhard

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